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Als Patient für eine Therapie wirklich offen und bereit zu sein, ist gar nicht so einfach. Meine Krankheit lehrte mich Eigenverantwortung, Eigenliebe, Demut und Freude am Leben. Vor allem aber zeigte sie mir immer wieder, dass der Zustand des Körpers das Resultat dessen ist, was der Verstand erschaffen hat und das Symptom oder die Krankheit nur ein Hilferuf des Körpers ist. Was bedeutet, dass der Patient selber entscheidet, was und ob überhaupt er etwas aus seiner Krankheit macht. Entweder ändert er seine Lebensgewohnheiten oder zumindest einen Teil davon und geht den Weg der Gesundheit oder er wartet darauf, dass jemand ihn gesund macht – und geht dabei kläglich unter; denn dieser jemand kann kein anderer als er selbst sein. Nur indem er seine Eigenverantwortung wahrnimmt, macht er den Weg in Richtung Gesundheit frei. Ein Patient kann seine Krankheit und alles, was damit verbunden ist, in die Hände des besten Therapeuten legen, jedoch ohne das aktive Zutun des Patienten ist der Therapeut machtlos. Ohne die bewusste Entscheidung des Patienten gesund werden zu wollen, wird es schwierig eine Krankheit zu therapieren. Dazu gehört auch die Bereitschaft, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und aktiv Veränderungen umzusetzen. Bevor man verändern kann, muss erst hingeschaut und erkannt werden, was denn da überhaupt verändert werden soll.

Das ist gar nicht so einfach wie es im ersten Moment aussieht; denn Veränderung bedeutet Altes loszulassen, sich in neue, unbekannte Gefilde vorzuwagen, was oft mit grosser Unsicherheit und Ängsten einhergeht. Die Bereitschaft einen Schritt auf neues Land zu setzen erfordert deshalb viel Mut, Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und auch etwas Abenteuerlust. Es mag befremdlich klingen, aber für jemanden, der jahrelang krank war, ist die Krankheit zur Normalität geworden, was für ihn ein Stück Sicherheit bedeutet. Nicht wenige entscheiden sich, krank zu bleiben, nur um diese Sicherheit behalten zu können, nach dem Motto: Lieber etwas Schlechtes, das ich kenne, als etwas Neues, von dem ich nicht weiss, was es mir bringt. Auch diesen Aspekt gilt es, als Therapeut zu berücksichtigen. Kein Therapeut hat das Recht seine Patienten zu zwingen gesund zu werden. Der Patient und nicht der Therapeut bestimmt das Tempo und entscheidet, wann und ob er bereit ist, den Weg von der Krankheit weg zu gehen. Heilung bedeutet immer Veränderung und geschieht nicht von heute auf morgen. Heilung ist, wie die Krankheit selber auch, ein Prozess, der Zeit braucht.

Wichtig finde ich auch die Einsicht, dass es niemanden gibt, der Schuld an einer Krankheit hat, weder der Patient selber noch sein Umfeld.

Es gilt, im Hier und Jetzt zu leben, nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft sondern bewusst in der Gegenwart, im Jetzt und aus diesem Moment das Beste zu machen, denn Heilung ist sozusagen eine Nebenwirkung von totalem Bewusstsein.


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